Kaufnebenkosten und Prozedere bei einem Immobilienkauf in Portugal
Wenn Sie eine Immobilie in Portugal kaufen, sollten Sie deutlich höhere Nebenkosten einkalkulieren als bei einem Immobilienkauf in Deutschland. Nicht nur die Kaufnebenkosten sind höher, auch das Prozedere beim Immobilienkauf ist anders als in Deutschland. Insbesondere der Umstand, dass Sie bereits Geld vor der notariellen Unterzeichnung, d.h. vor der Überprüfung der Liegenschaft durch einen Notar, bezahlen.Sie sollten aus
diesem Grund nicht auf professionelle Unterstützung verzichten!
In Portugal reservieren Sie zunächst Ihre Immobilie mit dem „contrato
promessa de compra e venda“, dem Vorvertrag zwischen Käufer
und Verkäufer, aus dem hervorgeht, welche Liegenschaft erworben
werden soll. Dieser Vertrag ist rechtsgültig, auch wenn keine
notarielle Beurkundung vorliegt. Vor Abschluss des Vertrages
muss der Käufer daher alle Eintragungen im Grundbuch und bei den
Eigentumsverhältnissen überprüfen. Insbesondere auch abklären,
dass das gesehene Objekt mit den Papieren übereinstimmt.
Nicht wenige haben schon eine Meerblickvilla gesehen, aber eine Garage gekauft...
Beim Abschluss dieses Vorvertrages fallen in der Regel
zehn Prozent des späteren Kaufpreises an. Der Käufer
verliert sein Geld, wenn er von dem geschlossenen „contrato
promessa de compra e venda“ zurücktritt. Im Vorvertrag wird auch
eine Frist genannt, innerhalb derer die notarielle Beurkundung
und die Bezahlung des restlichen Kaufpreises stattfinden muss.
Setzen Sie diese Frist nicht zu kurz, wenn Sie eine
Bankenfinanzierung anstreben. Finanzkontor SL empfiehlt einen
Zeitraum von acht Wochen.
Am Notartermin wird der Kaufpreis protokolliert und bezahlt. Die
anfallende Grunderwerbssteuer beträgt 10 Prozent des
Kaufpreises. Zusätzliche Kosten fallen an als: Notarkosten,
Anwaltskosten, Stempelsteuer, Grundsteuern, Einnahmesteuer bei
Vermietung von Ferienhäusern und –wohnungen. Die Nebenkosten und
die Immobilienkosten ergeben die Finanzierungssumme. In Portugal
kann zur Finanzierung der Immobilie eine Beleihung der Immobilie
genutzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Immobilie
selbst genutzt oder vermietet wird. Der Beleihungswert beträgt
70 Prozent (für Beamte 80 Prozent) der Immobilie. Sind
zusätzliche finanzielle Sicherheiten vorhanden, kann der
Beleihungswert auf 100 Prozent steigen. Der Zinssatz liegt
gering über den in Deutschland geltenden Zinssatz. Der Zeitraum
der möglichen Zinssatzfestschreibung liegt zwischen 5 bis 15
Jahren.
